Wie geht es Ihnen, wenn Sie auf den Kalender blicken? Versuchen Sie möglichst alles, was Sie sich für dieses Jahr vorgenommen haben, auch noch zu erreichen? Wie hoch schätzen Sie Ihre Chancen ein, dass Sie das, was Sie sich vorgenommen haben, auch tatsächlich noch umsetzen?
Spätestens bei der Weihnachtsfeier sprechen die meisten Unternehmen und Führungskräfte in ihrem Jahresrückblick über die erreichten Ergebnisse. Fallen diese nicht ganz so rosig aus, ist das eine gute Gelegenheit einmal bewusst zu hinterfragen, was denn die wahren Gründe dafür sind, dass nur ein Teil oder womöglich gar keine der vorgenommenen Ziele erreicht worden sind.
Manchen Menschen gelingt es scheinbar mühelos, anspruchsvolle Ziele zu erreichen und große Leistungen zu erbringen, während andere trotz größter Bemühungen und umfangreicher Kenntnisse immer wieder scheitern.
Das Zauberwort heißt Umsetzungskompetenz
Der Begriff Umsetzungskompetenz oder Umsetzungsstärke hat sich in den vergangenen Jahren in verschiedenen Bereichen als Forschungsthema etabliert.
Gemeint ist die Fähigkeit des Menschen, durch seine Willenskraft (Volition) gesteckte Ziele in Ergebnisse umzuwandeln. Auf Unternehmensebene ist es die Fähigkeit, Strategien, Veränderungsprozesse und Innovationen erfolgreich zu implementieren.
Wie ist es um Ihre Umsetzungsstärke bestellt?
Erreichen Sie die gesteckten Ziele? Oder zählen Sie zu jener Gruppe von Führungskräften, die von den zu Beginn des Jahres definierten Zielen nur wenige bis keine erreicht hat?
Die Universität St. Gallen und die London Business School haben in Studien Folgendes herausgefunden:
“Um ein definiertes Ziel zu erreichen, bringen nur
10 Prozent
der Führungskräfte genügend Selbstdisziplin auf.”
Was hindert Führungskräfte daran, vereinbarte Ziele tatsächlich in Ergebnisse umzuwandeln?
Die Frage ist nicht so einfach zu beantworten, denn hinter dem Begriff “Umsetzungskompetenz” verbergen sich sehr komplexe Themen, die sich gegenseitig ergänzen müssen, um erfolgreich zu sein.
Wichtig sind:
konsequentes Verhalten,
Selbstdisziplin,
Willensstärke und
Fokussierung.
Es nützt einer Führungskraft wenig, wenn sie einerseits über eine hohe Selbstdisziplin verfügt, sich andererseits ständig verzettelt, weil es schwerfällt, Unwesentliches vom Wesentlichen zu unterscheiden.
Wenn eine Führungskraft exzellent in der Planung ist, sich jedoch von Emotionen und Stimmungen beeinflussen und leiten lässt, wird es genauso schwierig werden, Ergebnisse zu erzielen.
Wie können Sie eine hohe Umsetzungskompetenz erlangen?
Der erste Schritt zu einer Verbesserung ist immer eine Analyse der derzeitigen Situation. Eine Bestandsaufnahme, wenn Sie so wollen, indem Sie gegenüber sich selbst schonunglos ehrlich sind.
Schreiben Sie am besten auf, warum Sie die Ziele, die Sie sich vorgenommen haben, nicht oder nur teilweise erreicht haben. Wichtig dabei: Tun Sie das bitte ohne BEWERTUNG!
Sie sammeln einfach alle Ihre Gedanken dazu. Wenn Sie kritische oder selbstanklägerische Gedanken beobachten, wie beispielsweise “Warum hast du denn das nicht gemacht?” dann notieren Sie den “Lösungsvorschlag” und fahren mit Ihrer Analyse fort.
Manche Menschen erkennen bereits während des Schreibens, ob zuwenig konsequentes Verhalten die Ergebnisse verhindert oder verzögert haben, oder die Ursache im Bereich Selbstdisziplin, Willensstärke oder Fokussierung liegt. Die meisten lesen ihre Notizen nach einem gewissen Zeitabstand durch und erkennen dann, welche Kompetenzen verbessert werden müssen. Wer in der Selbstreflexion nicht so geübt ist, kann sich auch ein konstruktives Feedback einholen. Sie könnten beispielsweise fragen: “Was könnte ich das nächste Mal in einer vergleichbaren Situation anders machen, um das gewünschte Ziel zu erreichen?”
Das Ergebnis ist das größte Geschenk, das Sie sich selbst machen können. Es ist vollkommen egal, ob Sie einen oder mehrere Punkte erkennen, am wichtigsten ist die Erkenntnis darüber. Denn damit wissen Sie genau, wo Sie ansetzen müssen, um Ihre Ziele in Ergebnisse umzuwandeln – und das ist einfach Gold wert.
Der Rest ist relativ einfach und eine Übungssache. Dann heißt es üben, üben und nochmals üben, denn durch Ankündigungen und Absichtserklärungen sind noch nie Ergebnisse erzielt worden. Scheitern gehört zum Lernprozess und ist enorm wichtig, um langfristig die gewünschten Erfolge zu erzielen.
Mit jedem Tun sammeln Sie wertvolle Erfahrungen und können sich so kontinuierlich und sehr fokussiert die gewünschten Kompetenzen aneignen. Schneller als Sie denken, zählen Sie dann zu dem Kreis jener, denen es scheinbar mühelos gelingt, die gesteckten Ziele zu erreichen.
Mehr zum Thema Umsetzungskompetenz und wie Sie diese erreichen können, erfahren Sie – wenn Sie möchten – im neuen Jahr.
Wenn Sie Fragen haben oder ich sonst etwas für Sie tun kann, kontaktieren Sie sich bitte. Vielen Dank!
Anmerkungen & Kommentare erwünscht
Ihre Fragen oder Anmerkungen können Sie direkt hier am Ende dieses Beitrags eingeben oder über das Kontaktformular oder per E-Mail an: office[at]humanfocus.at an mich weiterleiten.
Wenn Sie automatisch von diesen und anderen Beiträgen erfahren wollen, können Sie
- den RSS-Feed dieses Blogs abonnieren
- sich für den Newsletter anmelden (Formular gleich hier in der rechten Seitenleiste)
Um die Lesbarkeit einfach zu halten, wurde die männliche Anredeform gewählt. Diese richtet sich im gleichen Maß an Frauen und Männer.
Der nächste Artikel erscheint im neuen Jahr. Bis dahin wünsche ich Ihnen eine wunderbare Adventszeit!
